Der Konradbrunnen auf dem Kirchplatz vor der St.-Martin-Kirche in Forchheim sprudelt wieder: Nach der aufwändigen Sanierung kann das Wasser wieder wie gewohnt an dieser Stelle fließen. Ein ungewöhnlich hoher Wasserverlust, der auf eine Leckage im Leitungssystem zurückzuführen war, machte die monatelange Überholung des Wasserspenders notwendig.
Geschaffen wurde der Konradbrunnen 1998 vom Forchheimer Künstler Hans Dressel. Direkt bei der Pfarrkirche St. Martin erinnert er an ein Ereignis von historischer Tragweite: Am 10. November 911 wurde der Frankenherzog Konrad I. in Forchheim zum ostfränkischen König erhoben. Die eindrucksvolle Brunnenfigur greift diesen Augenblick symbolisch auf: Mit der rechten Hand weist Konrad I. auf den künftigen Reichsapfel, den er in seiner linken Hand hält – Sinnbild seiner neuen königlichen Würde und Macht.
Aufwändige Ursachenforschung
Zunächst war im vergangenen Jahr aufgefallen, dass der Brunnen täglich eine größere Menge Wasser verlor. Was zunächst nach einem ungewöhnlich hohen Wasserverlust aussah, entpuppte sich als aufwändige Reparatur. Für den städtischen Bauhof hieß das: das gesamte Wassersystem genauer untersuchen, Leitungen prüfen und abdrücken, die Brunnensäule aufwändig freilegen und die Brunnenfigur gemeinsam mit der Steinmetzfirma Nastvogel fachgerecht demontieren.
Dabei wurde eine Leckage in der Wasserzuführung zu den einzelnen Brunnenausläufen festgestellt. Die Reparatur war alles andere als einfach: Um die beschädigte Leitung reparieren zu können, waren aber umfangreiche Arbeiten am Brunnen notwendig.
Eine besondere Herausforderung war die Demontage der Brunnenfigur. Da die genaue Art ihrer Verankerung und Befestigung zunächst nicht bekannt war, musste sie besonders sorgfältig und fachgerecht abgebaut werden. Dabei wurde der städtische Bauhof von der Steinmetzfirma Nastvogel (geführt von Steinmetzmeister und Restaurator Armin Nastvogel) unterstützt. Die Figur wurde während der Sanierungsarbeiten vorübergehend sicher eingelagert.
Auch die Brunnensäule musste aufwendig bearbeitet werden, um an die defekte Wasserzuführung zu gelangen. Dafür waren unter anderem Stemmarbeiten am Betonbecken sowie Erdarbeiten im Bereich der Pflasterfläche zum Technikschacht erforderlich.
Technik für die Zukunft verbessert
Der städtische Bauhof hat die Gelegenheit genutzt und im Zuge der Sanierung nicht nur die bestehende Leckage behoben, sondern gleich das Leitungssystem des Brunnens für die Zukunft technisch verbessert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Brunnensäule erhielt eine größere Kernbohrung. Dadurch kann bei zukünftigen Reparaturen wesentlich einfacher auf die Leitungen zugegriffen werden. Außerdem wurde ein Schutzrohr für die neuen Versorgungsschläuche verlegt und die Wasserzuführung zu den einzelnen Ausläufen neu aufgebaut.
Ein weiterer Vorteil: Jeder einzelne Wasserauslauf kann künftig separat abgesperrt werden. Sollte es also erneut zu einer Undichtigkeit an einem einzelnen Auslauf kommen, muss nicht mehr das gesamte System außer Betrieb genommen werden.
Auch das Rücklaufsystem wurde im Rahmen der Arbeiten erneuert.
Brunnenbecken ebenfalls saniert
Nach Abschluss der Arbeiten an der Wassertechnik wurden die einzelnen Brunnenbauteile wieder montiert. Brunnensäule und Brunnenfigur wurden an ihren ursprünglichen Platz zurückgebracht.
Darüber hinaus wurde das Brunnenbecken grundiert und mit einer neuen Dichtigkeitsschicht versehen, der Beckenboden wurde neu eingepflastert und anschließend die Dichtigkeit des gesamten Beckens überprüft. Nun kann das Wasser wieder laufen.
Nachhaltig gedacht: Der Brunnen ist für die Zukunft gerüstet
Eine solche Sanierungsmaßnahme ist nur mit viel Fachwissen, handwerklichem Können und sorgfältiger Arbeit möglich. Beteiligt waren die Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter des städtischen Bauhofs aus den Bereichen Maurerarbeiten, Straßenbau und Wasserinstallation sowie die unterstützende Steinmetzfirma Nastvogel.
Der Konradsbrunnen ist damit nicht nur wieder in Betrieb, sondern auch technisch für zukünftige Wartungs- und Reparaturarbeiten besser gerüstet.
Der Konradbrunnen verbindet Geschichte und Gegenwart auf besondere Weise und lädt dazu ein, einen Moment innezuhalten – und sich in eine Zeit zurückzuversetzen, in der in Forchheim Geschichte geschrieben wurde.
