Bis ins Mittelalter reicht die Geschichte und kulturelle Identität des Forchheimer Kellerwalds zurück. In den ehemaligen Sandsteinbrüchen hoch über der Stadt wurde einst Baumaterial für die Stadt gewonnen und, nach Einstellung des Steinabbaus, die Stollen zu Felsenkellern umfunktioniert, die der Lagerung von Lebensmitteln und Getränken dienten. Die fränkischen Bierkeller haben ganzjährig eine Temperatur von etwa 8 °C. Unter der Erde des Kellerwalds verbirgt sich ein Labyrinth aus kilometerlangen Gängen.
Sehr bald begannen die Brauereien das Bier in den Kellern nicht nur zu lagern, sondern direkt am Kellereingang auszuschenken. Bald kamen Tische und Bänke dazu – die Kellerwirtschaften entstanden. Über den Kellern wurde anschließend meist ein Schankbetrieb errichtet. Daher kommt die Redewendung "auf den Keller gehen". Insgesamt gibt es hier heute 23 Bierkeller auf der Fläche von rund 20.000 m². Insgesamt gibt es 30.000 Sitzplätze im Kellerwald – so viel also, dass jeder Einwohner Forchheims in Forchheims grünem Wohnzimmer Platz nehmen kann.
Mehr als zweihundert Jahre alt ist die Textpassage, die das Forchheimer Erbe eindrucksvoll schildert: Bereits im Jahr 1792 wird im Journal von und für Franken über den Forchheimer Kellerwald mit folgenden Worten berichtet: „Der leichte Erwerb täglicher Nahrungsmittel, ein gewisser unüberwindlicher Hang zum Wohlleben, die Güte und Stärke des Bieres, die Felsenkeller, welche eine halbe Stunde vor der Stadt in einer bezaubernden Gegend liegen, und den ganzen Sommer hindurch Tag für Tag besucht werden, so dass dort ein ewiges Schmaußen und Zechen herkömmlich ist“ (…)
Offiziell geht die Bierkellersaison von April bis Oktober. Einige der Kellerwirtschaften haben auch im Winter geöffnet. Höhepunkt des Bierkellerjahres im Forchheimer Kellerwald ist das 11tägige Annafest Ende Juli zum Patronatsfest der Hl. Anna.
Die zukunftsfähige Entwicklung des Kellerwalds und der Schutz dieses bedeutenden Baudenkmals ist Pflichtaufgabe und Chance zugleich.
Wie muss also unser Blick in die Zukunft aussehen, wie wird der Kellerwald fit für die nächsten Jahrzehnte gemacht? Nicht nur der Dreiklang aus Attraktivität, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit im Forchheimer Kellerwald wird mit dem Städtebaulichen Gesamtkonzept Kellerwald auf den Weg gebracht, mit dem Ziel, den fränkisch-gemütlichen Charakter des „heiligen Berges“ zu erhalten. Das Gesamtkonzept ist überdies als Prestigeprojekt der Stadt einzuordnen, gilt doch der Kellerwald, neben unserem bald sanierten Historischen Rathaus, als Aushängeschild Forchheims.














