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„Vor der Wässerung ist nach der Wässerung“

Die folgende Galerie gibt Einblicke in die Wässersaison zwischen Mai und September. Neben der handwerklichen Arbeit gehören auch satzungsgemäße Büroarbeiten dazu. Diese aktiven Abläufe fußen auf Jahrhunderte alten Bräuchen und sind in Wasserrechten festgelegt. Die Multifunktionalität der Wässerwiesen spiegelt sich in den Mehrwerten für Mensch und Umwelt wieder.

Wässerer am Verteilungswehr innerhalb der Reuther Zweng
Wässerer Ludwig Leisgang am Verteilungswehr innerhalb der Reuther Zweng. Sobald die Wässerung der linken Wässerkulisse abgeschlossen ist, wird das Schütz geschlossen und das rechte Schütz geöffnet. Die komplette Wässerung der ca. 50 ha dauert 9 Tage.
Entwässerungsgraben neben der Bahntrasse Bamberg-Nürnberg
(Ent-)Wässerungsgraben der Wässerkulisse „Steinbühl“, angrenzend an die Bahntrasse Bamberg-Nürnberg. Das überschüssige Wässerwasser wird während der Wässerung wieder zurück in die Trubbach geleitet.
Mit Brettern verschlossener Wassergraben auf grüner Wiese
Wässergraben und Durchlaufkanäle, die während der Wässerung zum Wasseranstau abschnittsweise mit Brettern verschlossen werden.
Wehr an der Wiesent vor dem Tennisgelände des ansässigen Vereins
Das Trettlachwehr an der Wiesent zur Bewässerung der Wässerkulisse „Untere Trettlach“. Im Hintergrund das Sportgelände des ATSV Forchheim e.V..
Geöffnetes Wehr an der Wiesent mit deutlichen Zeichen eines früheren Wasserstandes.
Geöffnetes Auslasswehr zur Gosberger Zweng (Hofäcker) am Schwedengraben vor Beginn der Wässersaison, nahe des Reuther Wehrs. An dem Wehrfundament lässt sich der Wasserstand während des Wasseranstaus im Schwedengraben erkennen.
Geöffnete Wehrtafel an der Wiesent.
Die Wehrtafeln des Reuther Wehrs sind außerhalb der Wässersaison geöffnet. Die Wässergenossenschaft reinigt den Einstaubereich von Ästen und Treibgut per Hand.
Wässerer bei arbeiten an einem Wehr an der Wiesent.
Die Wässergenossenschaft „Gosberger Zweng“ befreit das Auslasswehr zum Hauptwässergraben der Wässerkulisse „Reuther Zweng“ am Reuther Wehr. Der Schwedengraben ist zu diesem Punkt nicht angestaut und der Wasserspiegel liegt ca. 1,5 m tiefer.
Schanirer und Gewinde der Großwehre werden von Person geölt.
Die Scharniere und Gewinde der Großwehre werden vor Beginn der Wässersaison von den Wässergenossenschaften gereinigt und geölt, um die Funktionsfähigkeit zu erhalten.
Kurbelgriff des Auslasswehrs mit Verlängerungsstange.
Verlängerungsstangen am Kurbelgriff erleichtern das Öffnen und Schließen des Auslasswehrs am Reuther Wehr zum Wässern der „Reuther Zweng“.
Technischer Leiter vor einem Wehr der Wiesent.
Kai Wingenfeld, Technischer Leiter des Schwedenkraftwerks steht im Austausch mit Wässerer Markus Galster, um zwischen Mai und September 2m³/sek. Wasser aus der Wiesent in den Schwedengraben zu leiten, um die Wässerkulissen Gosberger Zweng und Reuther Zweng zu wässern.
Wässerer bringt Steckschütz in den Wassergraben ein.
Wässerer Jakob Endres bringt mit Geschick und der richtigen Technik ein Steckschütz in den Wässergraben in der Wässerkulisse „Steinbühl“ ein.
Überflutete Wässerwiesen im Hintergrund eine Industrielagerhalle.
Wässerkulissen „Trettlach“ (vorne) und „Steinbühl“ (hinten) parallel zur Bahntrasse Bamberg-Nürnberg. Im Hintergrund eine Industrielagerhalle.
Sonnuntergang Wässerwiesen
Abendstimmung - die Wässerung findet bedarfsorientiert tagsüber und nachts statt. Hier Wässerkulisse „Steinbühl“
Störche auf einer gewässerten Wiese
Bis zu 60 Storchenpaare finden in den Wässerwiesen Nahrung. Anhand der Standorte der Störche können die Wässerer den Stand der Wässerlinie erkennen, da das Nahrungsangebot an der Wässergrenze am größten ist. Im Hintergrund ein Brunnen der Trinkwasserversorgung Forchheims. Kooperationen zwischen den Stadtwerken Forchheim und den wässernden Landwirten garantieren eine sehr gute Trinkwasserqualität.
Großwehr mit Wasserfall
Die Großwehre weisen im geschlossenen Zustand keine 100 %ige Dichtigkeit auf, wodurch der Flusslauf weiterhin mit Frischwasser versorgt wird, was wiederum der Gewässerökologie zugute kommt.
Wässerer beim öffnen eines Durchlasses zur Fischtreppe
Wässerer Markus Galster öffnet den Durchlass zur Fischtreppe, um trotz geschlossenen Wehrtafeln am Gosberger Wehr eine Fischpassage zu ermöglichen.
Morgenstimmung über den Wässerwiesen.
Morgenstimmung über den Wässerwiesen.
Geflutete Wiesen
Wässerwiese in der Reuther Zweng, im Hintergrund der Ortsteil Reuth.
Störche am Abend auf den Wässerwiesen
Weißstörche, die in den Abendstunden auf Nahrungssuche in den Wässerwiesen sind.
Wässerer öffnet das Auslassschütz
Wässerer Markus Galster öffnet das Auslassschütz nahe des Gosberger Wehrs für die Wässerung der Gosberger Zweng (Ofenmauer und Sigritzau)

WÄSSERWIESEN - mit alter Technik für das Klima der Zukunft

Wasser galt auf Feldern und Wiesen lange als Problem: Über Gräben wurde es möglichst schnell abgeleitet, damit die Flächen früher bewirtschaftet werden konnten. Doch Trockenheit, Hitzewellen und sinkende Grundwasserspiegel verändern den Blick auf unser Wasser grundlegend. Heute zählt jeder Tropfen. 
Die Dokumentation begleitet Menschen, die traditionelle Wässerwiesen wiederbeleben und neue Wege entwickeln, um Wasser länger in der Landschaft zu halten. Rund um Forchheim, im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim und im Lebensraum Altmühltal verbinden sie jahrhundertealtes Wissen mit modernen Erkenntnissen. 
Dabei geht es nicht nur um Bewässerung oder Hochwasserschutz. Wasserrückhalt schützt fruchtbare Böden, stärkt die Landwirtschaft, schafft wertvolle Lebensräume und unterstützt die Trinkwasserversorgung. Wissenschaft, Kommunen, Wasserwirtschaft und Landwirtschaft arbeiten gemeinsam an Lösungen – und manche davon sind überraschend einfach. 
Die Reportage von Norbert Goldhammer zeigt Menschen, die Verantwortung übernehmen und Tradition mit Innovation verbinden. Sie beweisen: Nachhaltiger Wasserrückhalt ist keine Zukunftsvision, sondern wird bereits heute praktiziert. 

Eine Geschichte über Klimaanpassung, widerstandsfähige Landschaften und den wahren Wert des Wassers. 

Eine point-Reportage von Norbert Goldhammer - Medien PRAXIS e.V.

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