Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten den Tag der Archive am 7. März um einen Blick hinter die Kulissen des Forchheimer Stadtarchivs zu werfen.
Motto: Alte Heimat - neue Heimat
Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich das Stadtarchiv an dem bundesweiten Aktionstag, der in diesem Jahr unter dem Motto „Alte Heimat – neue Heimat“ stand. Passend zum Motto zeigte das Archiv eine kleine Ausstellung zum Thema Vertriebene in Forchheim und lud zu einer Auseinandersetzung rund um den Begriff „Heimat“ ein.
Blick hinter die Kulissen
Besonderen Anklang fanden die Vorträge und Führungen, die über den ganzen Tag verteilt stattfanden. Viele nutzten die Gelegenheit, einmal in die sonst nicht öffentlichen zugänglichen Räume des Archivs zu blicken oder sich über die Recherchemöglichkeiten im Stadtarchiv zu informieren. Im Fokus der Vorträge von Stadtarchivarin Miriam Mulzer standen mit den Personenstandsregistern und Familienbögen zwei Quellenarten des Stadtarchivs, die ermöglichen, mehr über die eigene Familiengeschichte zu lernen.
Edgar Hubrich hingegen widmete sich in einem Vortrag fränkischen Sterbebildern und stellte das Digitalisierungsprojekt der Bayerischen Sterbebilderdatenbank vor. Zahlreiche folgten dem zuvor veröffentlichten Aufruf und brachten gleich ganze Sterbebildersammlungen mit, die noch am Tag der Archive digitalisiert werden konnten. Einen Einblick in eine ganz andere Sammlung gewährte Stella Brückner, die die Türen des Kostümfundus des Forchheimer Heimatvereins öffnete und über die Katalogisierung des Bestandes in den letzten Jahren berichtete.
Neue Forschungsprojekte zur Forchheimer Stadtgeschichte
Am Nachmittag standen dann zwei aktuelle Forschungsprojekte zur Forchheimer Stadtgeschichte im Fokus. Reinhold Glas gewährte interessante Einblicke in sein neues Projekt zur Orts- und Häusergeschichte der Forchheimer Stadtteile. Entstehen soll als Fortsetzung des Häuserbuches der Altstadt Forchheim ein Häuserbuch zu Buckenhofen, Burk, Kersbach, Reuth, Serlbach, Sigritzau und Ziegelhütten. Da die Grundherrschaften in diesen Orten sich vor der Säkularisation auf rund 30 Herrschaften verteilten, ist das Archivmaterial, das im Rahmen des Projektes bearbeitet wird, entsprechend umfangreich. Erste Erkenntnisse zeigen, dass die Mühe sich lohnt: mit diesen Quellen lassen sich etwa 60% der Häuser ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen! Auch die Forchheimer Bevölkerung kann das Projekt unterstützen, so der abschließende Aufruf von Reinhold Glas, indem sie historische Fotos aus den Stadtteilen zur Verfügung stellt. Der anschließende Vortrag von Edgar Hubrich stellte die Pläne zur Weiterentwicklung des Forchheimer Ortsfamilienbuchs vor. Die bisherige Datenbank deckte die Zeit bis 1800 ab. Die nächsten 1 ½ Jahre sollen die Forchheimer Familien des 19. Jahrhunderts erforscht werden und die Datenbank so um rund 30.000 Personen anwachsen.
Stadtarchivarin Miriam Mulzer freute sich über den großen Zuspruch:
„Das Forchheimer Stadtarchiv versteht sich als offenes Archiv, daher ist es umso schöner zu sehen, wie viele Leute heute den Weg ins Stadtarchiv gefunden haben.“


