Chancengerechtigkeit schon ab dem Kindergarten

In der Woche vor den Pfingstferien wurde die Notbetreuung in den Kitas ausgeweitet: Öffnung für Vorschulkinder und deren Geschwister. Sowohl bei den Kindern als auch bei den Erzieher*innen war die Wiedersehensfreude nach zehn Wochen riesengroß. Allen, die das große „Hallo“ miterleben durften, ist sofort klargeworden, wie wichtig die pädagogische Betreuung für die Entwicklung von Kindern ist.

Je länger aber diese wichtige pädagogische Begleitung ausbleibt, umso deutlicher treten Unterschiede in der frühkindlichen Bildung hervor. Die Chancengerechtigkeit, seit vielen Jahren unser erklärtes Ziel der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, kann nicht mehr erreicht werden, wenn weiterhin viele Kinder von der Betreuung in den Kindertagesstätten ausgeschlossen werden.

Bayernweit, so die aktuelle Prognose, führt die erweiterte Notbetreuung nun zu einer ungefähr 50-prozentigen Belegung der Kitas. 100 % wäre besser. Aber im Grunde reichen nicht einmal die 100 %, denn es fehlen noch immer Plätze.

Dieser Aufgabe stellen wir uns als Stadt gemeinsam mit vielen privaten und kirchlichen Trägern von Kindertagesstätten. Im Stadtgebiet arbeiten 20 Einrichtungen mit über 1.500 Betreuungsplätzen in der frühkindlichen Bildung Hand in Hand. Allein die Stadt plant und baut aktuell sieben weitere Einrichtungen gleichzeitig mit insgesamt rund 350 neuen Betreuungsplätzen. Der intensive Planungs- und Abstimmungsprozess der vergangen Monate und Jahre wird nun endlich sichtbar. In den vergangenen Jahren hat die Stadt Forchheim Einrichtungen privater Träger übernommen, diese und auch die eigenen bestehenden Einrichtungen erweitert. Ebenso haben auch die privaten und kirchlichen Träger ihr Angebot ausgeweitet.

Aktuell befinden sich weitere Kitas gerade im Umbau. Gemeinsam mit der Leiterin einer städtischen Kita habe ich persönlich erst vor wenigen Wochen ein Modulgebäude als Erweiterungslösung mit den Eltern besprochen und fest vereinbart. Aber auch unsere Neubauaktivitäten schreiten voran. Direkt neben dem städtischen Carl-Zeitler-Kindergarten beginnen nun die Bauarbeiten für eine große Einrichtung.

Aber wir werden noch einige Zeit benötigen, bis der Neubau bezogen werden kann. Umso wichtiger ist nun, dass wir möglichst zügig in den Normalbetrieb zurückkehren und wieder bei 100 % ankommen. Der kürzlich angekündigte Termin zur vollständigen Wiedereröffnung aller Kitas erst zum 1. Juli bedeutet für jedes zweite Kind in Forchheim 16 Wochen schmerzliche Entbehrung. Für die Eltern ein nicht mehr tragbarer Zustand. Deshalb möchte ich an dieser Stelle die Staatsregierung um ein schnelleres Handeln bitten – im Namen der Kinder und ihrer Eltern.

Ihr Dr. Uwe Kirschstein

Oberbürgermeister