Sonderausstellung im Pfalzmuseum vom 18.07. - 31.08.09
Die Annafest-Sonderausstellung "Beten, Bier und Büchsenknall“ ist ein alljährlich zum Annafest im Juli wiederkehrendes "Museum auf Zeit“, das sich mit den wichtigsten Bestandteilen des Festes beschäftigt: Den Besucher erwartet im Erdgeschoß des Pfalzmuseums eine abwechslungsreiche Ausstellung, die die Geschichte des Annafestes mit der Gegenwart verbindet. Die Ausstellung spürt den einzelnen Bereichen des Volksfestes wie Annaverehrung und Annawallfahrt, aber auch dem Brauerei- und Schützenwesen sowie den Schaustellern auf dem Annafest mit Dokumenten, Fotografien, Handwerksgeräten, Skulpturen, Gemälden, Waffen oder Schießscheiben nach. Historische Filme zeigen die Annafestumzüge aus vergangenen Zeiten. In diesem Jahr öffnet Harald Hubl seine Skizzenbücher, in denen sich zahlreiche Zeichnungen von Annafestmotiven finden. Anlass ist der 60. Geburtstag des Forchheimer Malers und Leiters der Radierwerkstätten an der Nürnberger Kunstakademie. Wie kein anderer hat Hubl das Annafest und den Kellerwald Forchheims in zahlreichen Arbeiten festgehalten. Harald Hubl ist ein besessener Zeichner, der immer und überall ein Skizzenbuch bei sich trägt und darin das eben Gesehene festhält. Oft sieht man ihn im Kellerwald mit seinem Hund oder zeichnend am Wirtshaustisch "auf den Kellern“. Daheim im Atelier werden die Skizzen zu sorgfältig komponierten Zeichnungen, Gemälden oder Farbradierungen weiterbearbeitet. Seine Werke sind stets gegenständlich, wenngleich die Grenzen zur Abstraktion fließend sind. Das Gesehene wird zu geometrischen Flächen reduziert, das Volumen verflacht. So entstehen Bilder von großer Klarheit, kompositorischer Strenge, aber auch von koloristischer Raffinesse. Denn sie bestechen vor allem durch die fein ausgewogene Farbgestaltung, die gleichsam Träger der jeweiligen Stimmung ist. Dokumentiert wird seine Liebe zum Annafest nicht zuletzt auch durch das beliebte "Annafest-Krügla“. Seit drei Jahren erscheint für den Förderkreis Kaiserpfalz e.V. ein farbenfroher Seidla-Festkrug mit Annafest-Motiv in limitierter Auflage, auf dem eines der farbenfrohen Motive festgehalten ist.
Annafest-Aktionstag
Zurück in die Vergangenheit: "Nostalgisches Annafestchen" - Eine Zeitreise
Süßholz, Bier und Blasmusik - Volksfest pur erleben
Statt der üblichen Ausstellungseröffnung unternehmen die Besucher des Pfalzmuseum Forchheim heuer eine nostalgische Zeitreise: Ein Annafest-Aktionstag unter dem Motto "Nostalgisches Annafestchen“ wird am 18.07.09 im Innenhof von 14 bis 19 Uhr allerlei Kuriositäten, Kulinarisches und Klamauk bieten und den eher beschaulichen Anfängen des Annafestes nachspüren.
Was erlebten unsere Vorfahren auf dem Annafest ohne "Top Spin“ und "Autoscooter“, was aßen sie als es noch keine "Langos“ und "Pommes“ gab?
Seit Bestehen des Annafestes 1845 begleitet Blasmusik das festliche Treiben. Verkaufsstände mit Bratwurst, Heringen und Süßwaren lockten, Warenausspielungen und Glücksbuden luden zum Mitmachen ein. Die ersten Fahrgeschäfte gab es 1865, eine Schießbude ist seit 1882 belegt. Wichtige Attraktion auf dem Annafest waren Schaugeschäfte, in denen Kurioses wie "die Dame ohne Unterleib“ oder "die Frau mit Bart“ gezeigt wurden.
Das Pfalzmuseum Forchheim wird mit dem Aktionstag Vergessenes wieder beleben und das "Annafest“ der Jahrhundertwende noch einmal auferstehen lassen:
Ein Karussell lockt gleich am Eingang die kleinen Gäste zu einer Rundfahrt ins Land der Träume. Nostalgische Stimmung vermitteln die malerischen Marktstände im Innenhof ebenso wie die Schießbude nach historischem Vorbild. Ganz nach den persönlichen Wünschen des Publikums gestaltet der Thurner Buchdrucker Hubert Waldhier Bierdeckel. Mit einem besonderen Schmankerl wartet Arthur Nenninger im Erdgeschoß des Pfalzmuseums auf: Puppentheater nach alter Schaustellertradition. Seit den 1920er Jahren ist die Familie Nenninger auf dem Annafest mit einer festen Theaterbühne vertreten. 1918 gehörten Aufführungen des Faust, Schillers Räuber, Hamlet, der bayerische Hiasel und anderes zu Programm. Am 18.07.09 zum "Nostalgischen Annafestchen“ spielt Arthur Nenninger die Stücke "Der Kasperl und der Räuber“ und "Der Goldschatz in der Mühle“. Die dabei verwendeten Holzpuppen sind fast hundert Jahre alt.
"Gespielte Geschichten und Gerüchte aus Forchheim. Verbreitet auf einem Forchheimer Annafest der Jahrhundertwende.“ inszeniert das "DA&DA“ Theater von Dafner und Dafner im Pfalzhof. In schauspielerischen Einlagen erzählt die Gruppe Begebenheiten aus Großvaters Zeiten. Drehorgelmusik sorgt für authentische Atmosphäre. Unverstärkte, stimmungsvolle Blasmusik des Buckenhofener Musikvereins verspricht ein besonderes Musikerlebnis.
Mit dem Speisen- und Getränkeangebot geht das Pfalzmuseum der Frage nach: "Was verzehrten unsere Großeltern?“ Süßholz und Lebkuchen, Wurstwaren und Fisch gehörten zum Angebot, das gute Bier der vier Forchheimer Brauereinen darf natürlich nicht fehlen. Beschaulich waren die Anfänge des Annafestes, das heute zum gut besuchten und beliebten Volksfest gewachsen ist. Genießen Sie das gemütvolle Vorfeiern beim "Nostalgischen Annafestchen“ und steigern Sie damit die Vorfreude auf das "große Annafest"! Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt!
Weitere Auskünfte:
Pfalzmuseum Forchheim
Kapellenstr. 16
91301 Forchheim
Tel. 09191 714-327, -384, -351
Fax 09191 714-375
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