Am vergangenen Wochenende konnte der Kleingartenverein Sonnenbad e.V. auf ein volles Jahrhundert seines Bestehens zurückblicken. Das Festprogramm gestaltete sich vielfältig und fand regen Zuspruch bei Mitgliedern und Gästen.
100 Jahre – das ist ein stolzes Jubiläum, dessen Chronik die Höhen und Tiefen des Vereins ebenso widerspiegelt wie die bewegte und schwierige Geschichte unseres Landes. Der Verein wurde 1912 unter dem Namen „Naturheilverein Forchheim“ gegründet und gehört in den großen Zusammenhang der „Lebensreform“-Bewegungen. Diese bildeten sich seit den 1880er Jahren als Antwort auf die rasante Industrialisierung und Urbanisierung in Deutschland. Auch die Stadt Forchheim hatte um die Jahrhundertwende eine dynamische Entwicklung von Industrie und Einwohnerschaft zu verzeichnen. Überall im Reich schossen Vereinigungen von Sonnenanbetern, Wandervögeln und Kleingärtnern aus dem Boden. „Zurück zur Natur“ und „Hinaus aufs Land“ lauteten die Schlagworte. Wenn man so will, handelte es sich um die erste alternative Bewegung.
Den Forchheimer Naturisten erschien der Mündungsbereich des Trubbachs in die Regnitz als besonders geeignet. Hier entstanden auf Initiative eines Naturheilvereins und mit Unterstützung der Stadt Flächen für das Luft- und Sonnenbaden sowie eine Kleingartenanlage. In den 100 Jahren seines Bestehens haben der Verein, seit 1982 „Kleingartenanlage Sonnenbad e.V.“, und seine Verantwortlichen einschneidende Veränderungen überstanden und den Stürmen der Zeit getrotzt: Man denke nur an die Nöte der beiden Weltkriege, an den Kanalbau oder an die Umgestaltungen des Vereinsheims.
Namens der Stadt Forchheim darf ich stellvertretend für alle Vorstände der Vergangenheit dem jetzigen Vorsitzenden Günter Stöckl herzlichsten Dank und aufrichtige Anerkennung aussprechen. Mögen alle Mitglieder mit Zuversicht und Tatkraft dem zweiten Jahrhundert der Vereinsgeschichte entgegensehen!
Franz Stumpf
Oberbürgermeister