Städte im Wandel eröffnen mit ihren Veränderungen neue Chancen, stellen an uns aber auch Fragen über den Umgang mit dem Alten. Besonders dann, wenn das Alte Gefahr läuft, seine gewachsene Anbindung und damit seine ursprüngliche Bestimmung zu verlieren.
Jene Zweischneidigkeit von Wandel und Veränderung, die immer auch eine Art von Abschied mit sich bringen, wurde mir bei den Entwicklungen im Redemptoristenkloster St. Anton und den sich daraus ergebenden Folgen besonders bewusst. Dass die klösterlichen Zeiten in Forchheim zu Ende gehen, hat sich schon länger angedeutet. Immer wieder sprach man mich von Seiten des Klosters auf die Situation an. Zahlreiche Ideen wurden geboren und viele Optionen geprüft. Letztlich schien keine realisierbar.
Besonders die Zukunft der schönen barocken Klosterkirche trieb mich um. 1693 wurde sie von Fürstbischof Marquart Sebastian Schenk von Stauffenberg persönlich geweiht. Stauffenberg, unter dessen Regentschaft die neue Festung nahezu vollendet wurde, hing sehr an seiner zweiten Hauptstadt. Es heißt, dass er die Bestattung seines Herzens unter dem Sebastiani-Altar der Klosterkirche verfügte. Und jetzt stellte sich uns die Frage, was aus diesem nicht nur sakral einzigartigem Denkmal nach dem Rückzug der Redemptoristen werden sollte. Muss man den kirchlichen Raum vielleicht profanieren und einer allgemeinen, eventuell kulturellen Nutzung zuführen?
Dass jetzt mit der Gründung einer Stiftung „Klosterkirche St. Anton“ die liturgische Zukunft des Gotteshauses gesichert wurde, erleichtert viele Forchheimerinnen und Forchheimer sehr, gerade auch mich. Die Stiftung wurde in der vergangenen Woche offiziell gegründet und kann mit einem Kapital von 150.000 € starten. Das kirchliche Leben in St. Anton kann und wird weitergehen. Mein Dank für die Bereitstellung erster Stiftungsmittel gilt den Redemptoristen, der sontowski & partner Gruppe sowie der Sparkasse und der Volksbank Forchheim, den ich mit der Hoffnung verbinde, dass sich die Stiftung zu einer Herzensangelegenheit möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger entwickeln möge.
Franz Stumpf
Oberbürgermeister