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Metropolregion

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Kampagne Fairtrade Town

Stadtgespräch

Dr. Uwe Kirschstein

Liebe Forchheimerinnen und Forchheimer,

Als Oberbürgermeister ist es mir wichtig, auch den Kontakt zu den Partnerstädten Forchheims zu pflegen. Dazu gehört auch der Besuch der verschiedenen Partnerstädte, und somit Aufbau und Pflege persönlicher Kontakte. Ein willkommener Anlass für meinen Antrittsbesuch in unserer tschechischen Partnerstadt Broumov war die Eröffnung der Ausstellung „(Nicht) Gekommen um zu bleiben“ vom Heimatkreis Braunau / Sudetenland e.V. am 29. September im alten Rathaus der Stadt.

Sowohl meinem tschechischen Amtskollegen Jaroslav Bitnar als auch mir war es ein tiefes Bedürfnis in Anbetracht der derzeitigen politischen Situation in Europa, in den Reden zur Ausstellungseröffnung nochmals auf die unglaubliche Versöhnungs- und Einigungsgeschichte unseres Kontinentes während der vergangenen 73 Jahre hinzuweisen. Was in Europa nach der Katastrophe der beiden Weltkriege erreicht wurde, kann wohl als einzigartig bezeichnet werden. Es ist aber keine Selbstverständlichkeit, auf der man sich ausruhen könnte, wie sich dieser Tage wieder überall zeigt. Es ist erschreckend, wie viele Menschen offensichtlich ihren inneren Kompass verloren haben und lieber den Sprengmeistern anstatt den Brückenbauern in Europa hinterherlaufen.

Bürgermeister Bitnar und mir ist allerdings auch klar, dass schöne Sonntagsreden nicht ausreichen, um dauerhaft ein Band der Freundschaft und Partnerschaft zwischen Tschechen und Deutschen zu knüpfen. Nur echte Begegnungen auf Augenhöhe, ein gegenseitiges Kennenlernen sowie gemeinsame Erlebnisse, Projekte und Erfolge lassen tragfähige Beziehungen wachsen. Es reicht nicht, wenn sich Städtepartnerschaften auf höfliche Besuche lokaler Politiker beschränken.

Aus diesem Grund habe ich meinen Antrittsbesuch dazu genutzt, mit dem Bürgermeister von Broumov und Vertretern aus Kirche und Gesellschaft über konkrete Projekte zu sprechen, wie die Städtepartnerschaft vor allem auch zum Wohle unserer Kinder und Jugendlichen neu belebt werden könnte. Wir wünschen uns einen regelmäßig stattfindenden Jugendaustausch während der Ferienzeit unter der Schirmherrschaft der beiden Städte. Dieser soll der Vermittlung von Sprachkenntnissen dienen und gemeinsame Projekte zu Geschichte, Denkmalpflege, Tourismus, Musik etc. umfassen. Auch über die Möglichkeit von Berufspraktika während der Aufenthalte wurde gesprochen.

Wir müssen gerade für junge Menschen wieder mehr den praktischen Nutzen guter Partnerschaften erlebbar machen. Als Oberbürgermeister bin ich bereit, gemeinsam mit meinem tschechischen Kollegen bei diesem Projekt voranzugehen. Gelingen wird es aber nur, wenn sich auch in Forchheim genug aktive Unterstützer aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft finden lassen. Darauf hoffe ich.

 

Ihr

Dr. Uwe Kirschstein