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Sonderausstellung „Beten, Bier und Büchsenknall“: 500 Jahre Reinheitsgebot

2016 wird in ganz Bayern „500 Jahre Reinheitsgebot“ mit einer Vielzahl an Veranstaltungen zum Thema Bier gefeiert. Aber spiegelt das Jubiläum auch die historische Wahrheit wider? Diesen und anderen Fragen rund um das Thema „Bier“ wird die Annafest-Sonderausstellung „Beten, Bier und Büchsenknall“ heuer ab dem 20. Juli bis zum 28. August 2016 im Pfalzmuseum Forchheim (Di. bis So. 10 bis 17 Uhr) nachgehen. Das „Museum auf Zeit“, das sich mit den Ursprüngen des Forchheimer Annafestes beschäftigt, präsentiert neben Dokumenten, Fotografien und Objekten zur Annaverehrung, der Wallfahrt, dem Schützenwesen und den Schaustellern heuer vor allem Wissenswertes aus dem Brauereiwesen.

Ausführliche Pressemitteilung: 

Vor 500 Jahren, also 1516 verfügte die bayerische Landesordnung, dass „zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen“.

Nirgends ist darin der Begriff „Reinheitsgebot“ zu finden, dieser wurde erstmals in einem Sitzungsprotokoll des bayerischen Landtags am 04.03.1918 benutzt.

Die Regelung der Zutatenliste gab es dagegen schon viel früher. So besagte z.B. eine Nürnberger Verordnung von 1301, dass wegen einer Hungersnot zum Bierbrauen nur Gerste und kein anderes Getreide verwendet werden dürfe. Für das Hochstift Bamberg regelte u.a. die „Umgeldordnung“ von 1489 die Zutaten des heimischen Bieres: Wasser, Malz und Hopfen. Die zahlreichen Brauvorschriften seit dem Mittelalter waren eine Reaktion auf häufige Klagen über schlechtes Bier.

Die Sonderausstellung zeigt heuer u. a. eine Minibrauerei, Transportfässer, einen Stoßkarren, Lehr- und Prüfungszeugnisse, ein Arbeitsbuch, Bierprüfgeräte, Waagen und andere Gerätschaften, verschiedenste Bierkrüge und Lithografien zum Brauvorgang.

Und heute? Trinken wir natürlich am liebsten Bier, das wie nach der 500 Jahre alten Rezeptur der Landesordnung von 1516 gebraut wird: aus Wasser, Hopfen, Gerste – und, seit dem 19. Jh., auch Hefe. Und so freuen wir uns aller historischen Wahrheiten zum Trotz an den vielen Festveranstaltungen, die rund um´s Bier angeboten werden. Hopfen und Malz, Gott erhalt´s!

 

 

Kontakt:

 

Pfalzmuseum Forchheim
Susanne Fischer M.A.
Museumsleitung

Kapellenstr. 16
91301 Forchheim
Telefon + 49 (0)9191/714-327
Telefax 09191/714-375

E-Mail: kaiserpfalz@forchheim.de