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Grußrede Oberbürgermeister Franz Stumpf aus Anlass des Festaktes zum 40-jährigen Partnerschaftsjubiläum mit der Stadt Le Perreux am Samstag, 20. September 2014

Sehr geehrter Herr Kollege und Bürgermeister Gillez Carrez, sehr geehrte Mitglieder des conseil municipal, sehr geehrte Stadträte, sehr geehrte Mitglieder des Partnerschaftskomitees, liebe Gastfamilien, liebe Kolleginnen und Kollegen,liebe Freunde,

im Namen der Stadt Forchheim und ihrer Bürger heiße ich Sie zum Festakt aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Le Perreux und Forchheim im einstigen bischöflichen Schloss, unserer sogenannten „Kaiserpfalz“,  sehr herzlich willkommen.

Ausführliche Pressemitteilung: 

Es ist mir eine große Freude und Ehre, dass wir nach 40 erfolgreichen Jahren der Freundschaft und Zusammenarbeit die  Partnerschaft feiern können.

Einige von uns haben sicherlich noch die glanzvollen Gründungsfeiern in bester Erinnerung. Es waren Feste im Hochgefühl der ersten Begegnung, wie bei Verliebten.

 Mittlerweile sind wir bereits 40 Jahre „verheiratet“. Natürlich ist im Laufe der Zeit der Alltag in unserer Partnerschaft ein- gekehrt. Die Verliebtheit und die Freude an etwas Neuem sind einem Gefühl der Verlässlichkeit und des Vertrauens gewichen.

Eine gute Ehe beruht laut Friedrich Nietzsche auf dem Talent zur Freundschaft. Das lässt sich analog auch für eine Städtepartnerschaft sagen.

Die  Dauerhaftigkeit der Freundschaft, nicht der Glanz des Augenblickes, entscheidet über den Erfolg. 

Wichtig dabei ist, dass wir das Kernanliegen unserer Verbindung nicht aus den Augen verlieren. Der Wunsch, unserer Freundschaft einen tieferen Sinn zu geben, sie mit Leben zu erfüllen, Zukunft gemeinsam zu gestalten, steht und stand immer an erster Stelle.

Dabei sind es die persönlichen Begegnungen und der individuelle Austausch, die eine Städtepartnerschaft lebendig machen. 

Daher freue ich mich, dass mich seit meinem Amtsantritt 1990 ein starkes Band der langjährigen Freundschaft mit Gilles Carrez verbindet, der  seit 1992 Bürgermeister von Le Perreux ist und 2014 ebenfalls wiedergewählt wurde. Als Bürgermeister hat Gilles Carrez sich mit viel Energie dafür eingesetzt, dass die Partnerschaft weiter wächst und gedeiht. Dafür spreche ich Dir, lieber Gilles, meinen Dank aus. 

Das Jahr des 40-jährigen Jubiläums unserer Freundschaft mit Le Perreux fällt in ein Jahr, in dem ganz Europa des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren gedenkt.

Eine Verständigung der Menschen, der Bürgerinnen und Bürger auf breiter Basis über Grenzen hinweg, gab es damals nicht.

Nach 1945 war es das Anliegen großer weitblickender Europäer wie de Gaulle und Adenauer, aus dem Europa der Feinde ein Europa der Nachbarn und schließlich der Freunde zu machen. Dies war die Grundidee der Europäischen Gemeinschaft und schließlich der Europäischen Union.

Und es war auch die Grundidee kommunaler Partnerschaften über die europäischen Grenzen hinweg. 1951 gründeten 50 Bürgermeister deutscher und französischer Städte in Genf den Rat der Gemeinden Europas mit dem Ziel, die kommunale Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg zu fördern.

Der als Élysée-Vertrag bezeichnete deutsch-französische Freundschaftsvertrag, der im Januar 1963 von Bundeskanzler Konrad Adenauer und Staatspräsident Charles de Gaulle unterzeichnet wurde, setzte den Grundstein für zahlreiche Städtepartnerschaften sowie Partnerschaften zwischen Schulen und Vereinen.

So entschied sich der damalige Bürgermeister von Le Perreux, Michel Giraud, mit unserer Stadt Forchheim die Städtepartnerschaft zu beschließen.

Die Beziehung  zwischen Le Perreux und Forchheim ist eine solide Partnerschaft. Chöre, Rotes Kreuz und Feuerwehr, Philatelisten und Künstler, Senioren und Schüler kamen zueinander, um sich kennenzulernen, sich besser zu verstehen und um Freundschaften zu schließen.

In den letzten Jahren haben sich die Akzente verschoben und sportliche Begegnungen der Judoka, Volleyballspieler und Schützen gewannen an Bedeutung.

Eine weitere Säule der Städtepartnerschaft bildet der Schüleraustausch. So förderte das deutsch-französische Jugendwerk, dessen Aufgabe es ist, die Verbindungen zwischen jungen Menschen in Deutschland und Frankreich auszubauen und ihr Verständnis füreinander zu vertiefen, seit seiner Gründung 1963 den Austausch von 8,2 Mio. jungen Menschen aus Deutschland und Frankreich.

Die Schülerzahlen des Austausches zwischen dem Ehrenbürg-Gymnasium in Forchheim und dem Collège Pierre Brossolette in Le Perreux sowie unserer Realschule und dem Collège de Lattre sind mir nicht bekannt, aber viele Forchheimer verbinden ihre Erinnerung an ihre Schulzeit mit dem deutsch-französischen Schüleraustausch.

Über viele Jahre hinweg haben Forchheimer auch die Solidaritätstage in Le Perreux besucht. Liebe geht natürlich auch durch den Magen. Deshalb dürfen die Delikatessen des Le Perreux-Standes auf dem Forchheimer Weihnachtsmarkt hier nicht ohne Erwähnung bleiben.

Die Partnerschaft zwischen Le Perreux und Forchheim funktioniert, weil es gemeinsame Interessen und Ziele gibt. Und unsere Partnerschaft lebt auch, weil es Menschen gibt, die diese Partnerschaft ganz persönlich leben.

Für viele, die ständigen Kontakt und Freundschaft miteinander pflegen und das Band zwischen Le Perreux und Forchheim immer wieder aufs Neue knüpften, darf ich hier nur wenige Namen nennen: Michel Giraud und Karl-Heinz Ritter von Traitteur, die die Partnerschaft begründet haben. Es freut mich sehr, dass Frau Irmgard, Edle von Traitteur, die sehr zum Gelingen der Freundschaft zwischen den Städten beigetragen hat, heute an unserer Festveranstaltung teilnehmen kann. 

Dem Vorsitzenden des Partnerschafts-komitees von Le Perreux,  Alain Duhamel, gilt mein besonderer Dank. Er war seit Beginn der Städtepartnerschaft involviert und trägt mit persönlichem Einsatz und einer Prise Humor zur Vertiefung der Partnerschaft wesentlich bei. Er hat sein Kommen zum diesjährigen Weihnachtsmarkt am letzten Wochenende vor Heiligabend bereits zugesagt. Mein Dank gilt auch Stefan Schick, dem neuen Vorsitzenden unseres Partnerschaftskomitees, der mit viel Elan die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft mit vorbereitet hat.

Peter Kaiser, der den Vorsitz des Partnerschaftskomitees an Stefan Schick abgegeben hat, hat sehr engagiert die Planungen für Ihren Besuch vorangetrieben. Vielen Dank!

Meinen Dank verbinde ich mit der Bitte, weiterhin für das wertvolle Gut unserer Freundschaft einzutreten.

Lassen Sie mich, wie vor 40 Jahren, auch heute das Glas auf unsere glückliche Verbindung erheben. Le Perreux und Forchheim: Sie mögen wachsen, blühen und gedeihen! Ich danke Ihnen.