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Gegenverkehr im Stromnetz – Stadtwerke Forchheim investieren zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit

Pressemitteilung der Stadtwerke Forchheim: Am Mittwoch, den 17. Dezember 2014, beauftragte der Aufsichtsrat die Stadtwerke Forchheim, Investitionen in Höhe von 10 Mio. Euro auf sieben bis acht Jahre verteilt zu tätigen, um die Stromversorgung von Forchheim wirtschaftlich sicherzustellen.

 

Ausführliche Pressemitteilung: 

Mittlerweile stammen bundesweit 23,4 % der erzeugten elektrischen Energie aus regenerativen Energiequellen, wie zum Beispiel Wind, Sonne, Wasserkraft oder Biomasse. Ein Viertel des Verbrauchs der Forchheimer Stadtwerkekunden stammt ebenfalls aus regenerativen Energien. Im Stadtgebiet Forchheim sind 401 Photovoltaikanlagen installiert, 13  Kraftwärmekopplungsanlagen (Blockheizkraftwerke), 11 Wasserkraftwerke, eine Windkraftanlage und ein Blockheizkraftwerk in der Kläranlage.

Einspeiseentwicklung EEG in kWh

   

Kunde

2012

2013

EEG Biomasse

1.509.483

1.621.929

EEG Deponiegas

662.554

361.183

EEG PV

5.538.263

5.465.542

EEG Wasserkraft

8.550.725

9.548.224

Summe

16.261.025

16.996.878

 

Einspeiseentwicklung EEG-Anlagen

Gegenverkehr im Stromnetz

Das deutsche Stromnetz ist sehr weitverzweigt, größtenteils redundant ausgelegt und sehr leistungsstark. Bisher war die Energieflussrichtung eindeutig vorgegeben. Vom Kraftwerk über die Übertragungsnetze (Höchst- und Hochspannungsnetze), über das Verteilnetz (Mittelspannungsnetz) und das Niederspannungsnetz in eine Richtung. Durch die vielen dezentralen Einspeiseanlagen ändert sich die Energieflussrichtung.

Durch den Ausbau der EEG-Anlagen und der zunehmenden Trennung von Stromerzeugungs- und Verbrauchsschwerpunkten werden neue Anforderungen an das Stromnetz gestellt, weshalb dieses grundlegend umgebaut und an die neuen Anforderungen angepasst werden muss, was hohe Investitionen nach sich zieht.

Reinhold Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Forchheim, erklärt: “Früher war die Energieflussrichtung eindeutig vorgegeben: in eine Richtung vom Kraftwerk zum Kunden. Wie im Straßenverkehr muss jetzt die Einbahnstraße in einen Zweirichtungsverkehr umgebaut werden. Zusätzlich müssen „verkehrsregelnde Maßnahmen“ getroffen werden, um die schwankenden Verkehrsflüsse zu steuern. Starke Schwankungen entstehen deshalb, weil die Photovoltaikanlagen nicht ständig Strom erzeugen, sondern nur dann, wenn die Sonne scheint.“

Die Stadtwerke Forchheim haben ein vermaschtes Stromnetz, welches eine sehr hohe Versorgungssicherheit gewährleistet. Bei dieser sicheren Netzform sind aber durch die zunehmende Anzahl der dezentralen Erzeugungsanlagen die Strom- und Lastflüsse nicht mehr eindeutig erkennbar, welche punktuell zur zeitweisen Überlastung von einzelnen Betriebsmitteln führen kann, wodurch wiederum Versorgungsausfälle möglich sein können. Diese Wahrscheinlichkeit nimmt mit weiterem Zubau der dezentralen Erzeugungsanlagen zu.

Um die Anforderungen der Energiewende und zugleich der berechtigten sicheren Versorgungswünsche der Stromkunden gerecht zu werden, muss das vorhandene vermaschte Niederspannungsstromnetz der Stadtwerke Forchheim in eine Vielzahl von Versorgungsinseln umgebaut werden. Hierdurch gewährleisten die Stadtwerke Forchheim weiterhin die hohe Spannungs-, Versorgungs- und Störungssicherheit der Stromversorgung.

10 Mio. Euro-Investition

Das notwendige Maßnahmenpaket beinhaltet auch zusätzliche Trafostationen, Erweiterung des Mittel- und Niederspannungsnetzes inklusive zusätzlicher Messtechnik. Es erfordert Investitionen in Höhe von ca. 10 Mio. Euro.  

Notwendige Investitionen aufgrund einer Netzanalyse

  • 16 Transformatorstationen für 800.000 Euro

  • 37 km Niederspannungskabel für 7.400.000 Euro

  • 150 Kabelverteilerschränke für 750.000 Euro

  • 1 Notstromaggregat 500kVA für 150.000 Euro

  • Messtechnik in 173 Stationen für 865.000 Euro

Die Umsetzung soll in den nächsten sieben bis acht Jahren erfolgen.

Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft

Im November 2014 haben die Stadtwerke Forchheim den Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft des BDEW gewonnen und haben somit als Bundessieger mit dem Leuchtturmprojekt „Wohnen am Stadtpark“ gezeigt, dass man die theoretisch entwickelten Planungsobjekte auch mit Erfolg in die Praxis umsetzen kann. Vorausgegangen war ein langer Weg mit der Untersuchung für ein großes Biomasseheizwerk mit Stromerzeugung und Fernwärmenetz. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Amberg-Weiden wurden aber aus dem großen Projekt mehrere kleinere Insellösungen für Wärme- und Stromerzeugung entwickelt. Das umgesetzte Projekt im Bereich der Merowinger Straße (ehemals altes Hallenbad/Stadtgärtnerei) wurde nun deutschlandweit als Vorzeigeprojekt für die Energiewende prämiert.

Hintergrund: Im Zuge der Energiewende wurde das deutsche Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Kurztitel Erneuerbare Energien-Gesetz: EEG) zum 1. August 2014 novelliert. Es regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz und sichert deren Erzeugern bis zu einer bestimmten Nennleistung feste Einspeisevergütungen.