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DBU Projekt Kellerwald Forchheim

  


DBU Projekt Kellerwald 

 


Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert ein von der Stadt Forchheim getragenes Projekt zur

Umweltverträglichen und denkmalgerechten Instandsetzung historischer Keller in Franken am Beispiel des Kellerwalds in Forchheim

Der Kellerwald in Forchheim ist sicher eine der größten und schönsten Kelleranlagen in Franken. Die Anlage umfasst immer noch 23 begehbare Keller, die in zwei Ebenen übereinander im anstehenden Fels angelegt sind. Geschichtlich sind die Keller eng mit einer Wallfahrt zur Annakapelle im nahen Unterweilersbach verbunden, die für das Jahr 1516 urkundlich belegt ist.

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Kellern, welche in der Vergangenheit mit ingenieurtechnischen Methoden gesichert wurden, haben die Forchheimer Keller ihr authentisches Erscheinungsbild bewahrt.
Die Stollen, welche bis zu 100 m lang sein können, wurden
mit der Spitzhacke in den grobkörnigen Sandstein getrieben.
Die Werkzeugspuren der Spitzhacke, dazu Vermessungs-
marken und eingeritzte Nivellierungslinien sind heute noch an mehreren Stellen gut zu erkennen.



Insbesondere der Bestand der oberen Keller ist zum Teil stark gefährdet.
Die Felsüberdeckung beträgt nur wenige Meter, so dass die Standfestigkeit der Stollengänge in Frage gestellt ist.
Dazu ist das Gestein in mehreren Richtungen zerklüftet.
In die offenen, zum Teil bis zu einem halben Meter aufgegangenen Klüfte ist von
oben Verwitterungsschutt nachgerutscht, der in die Stollen abzustürzen droht.
Von der hangenden Decke haben sich an manchen Stellen Gesteinspakete bis
zu 10 cm abgesenkt.

 

Das Projekt wird dankenswerter Weise von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
finanziell großzügig unterstützt und hat eine Laufzeit von zwei Jahren.
Es hat zum Ziel, schonende und denkmalgerechte Methoden zur Erhaltung der
Kelleranlage zu entwickeln, mit deren Hilfe das originale Erscheinungsbild bewahrt
werden kann ohne die sicherheitsrelevanten Anforderungen zu vernachlässigen.
Im Zuge des Projekts sollen drei Keller modellhaft in Stand gesetzt werden.

 

 

Die Untersuchungen beginnen mit der Vermessung der ausgewählten Keller mit Tachymetrie und 3D Laserscan. Die Lage der Keller wird in ein 3D Geländemodell übertragen. Messungen des Streichens und Einfallens der Klüfte liefern zusammen mit gesteinsphysikalischen Messungen die erforderlichen Informationen, um die besonders gefährdeten Stellen in den Stollengängen festzulegen. Mit Hilfe von Georadar wird ermittelt, wie dick die Gesteinspakete im Hangenden sind und ob sie sich für eine Vernadelung eignen.

Die Bauforschung, ausgeführt von der Universität Bamberg, erfasst den historischen Kontext der Keller und die Bearbeitungsspuren und setzt die denkmalpflegerischen Schutzzonen fest, deren Erhaltung besonders wichtig ist. Durch eine Bestandsaufnahme von Fauna und Flora wird die ökologische Bedeutung der Keller festgestellt, damit keine Maßnahmen ergriffen werden, welche seltene Tiere oder Pflanzen gefährden könnten. Eine kurze Videosequenz wird nach der Instandsetzung der ausgewählten Keller für die interessierte Öffentlichkeit ins Netz gestellt.

Alle Ergebnisse werden in einem Leitfaden zusammen gestellt, der eine Richtschnur für methodisch richtiges Vorgehen bei der Instandsetzung und Pflege von Kelleranlagen darstellen wird. Den Projektabschluss bildet ein Kolloquium im Jahr 2014, das sich besonders an die Personen wendet, welche sich für die Erhaltung der Keller in Franken ehrenamtlich engagieren.

 

hier klicken >>Filmbeitrag zum DBU Projekt Forchheimer Kellerwald  <<hier klicken

 

Für weitere Informationen klicken Sie auf diesen Link:

DBU Projektkennblatt Abschlußbericht 30.06.2014

 

aktualisiert: 14.11.2014

 

Bild 1: Blick auf den Weg vor den oberen Kellern

Bild 2: Aufgegangene Kluft mit Verwitterungsschutt

Bild 3: Provisorische Abstützung der Decke. Werkzeugspuren der Spitzhacke