Faszinierende Reise in die fränkische Vergangenheit – Ort kreativen und aktiven Lernens
Das Archäologie–Museum Oberfranken, ein Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München, zeigt im Pfalzmuseum Forchheim über 600 Fundobjekte aus ganz Oberfranken, die zum großen Teil erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Auf zwei Etagen erleben die Besucher eine Darstellung der vielfältigen archäologischen Funde Oberfrankens von der Steinzeit bis in die frühe Neuzeit. Zahlreiche Spitzenobjekte wie Kultgegenstände, Waffen, Schmuck, Werkzeug, Gegenstände des Alltagslebens oder Gebäudefragmente zeugen vom kulturellen Reichtum der Region.
Die Präsentation erfolgt nach modernen musealen Standards. Der Besucher wird durch interaktive Zonen, Modelle und virtuelle Animationen auf eine faszinierende Reise in die fränkische Vergangenheit geschickt. Das neue Museum präsentiert sich kinder- und familienfreundlich durch museumspädagogische Programme und Aktionstage.
Ehrenbürg und Staffelberg
Der Museumsrundgang beginnt im ersten Obergeschoss und zeigt die bedeutende Fundlandschaft Oberfrankens in vorgeschichtlicher Zeit. Höhepunkte sind zweifelsohne Funde aus den schon sehr früh von Menschen aufgesuchten Höhlen und den charakteristischen Höhensiedlungen und frühstädtischen Anlagen wie die Ehrenbürg oder der Staffelberg, beide auf imposanten Geländeplateaus gelegen.
Weitere herausragende Objekte stellen auch die Bronzefunde von der Heunischenburg, der filigrane Haarschmuck aus einem Grab bei Seußling, eine Pferdeplastik aus einem Grab bei Prächting (Bild links), die Eisenfunde aus Eggolsheim oder die Zeichensteine aus Gosberg dar. Mediterrane Importe belegen die weiträumige Vernetzung der oberfränkischen Kelten mit den verschiedensten Kulturgruppen Mitteleuropas.
Kulturlandschaft Oberfranken
Im zweiten Obergeschoss werden die Entwicklung und die Wurzeln der reichen Kulturlandschaft Oberfrankens ab der Zeitenwende dargestellt. Der Bogen spannt sich von den ersten germanischen Siedlungen bis hin zur frühen Neuzeit am Vorabend der industriellen Revolution. Schwerpunkte bilden kultisch-religiöse Themen wie der germanische Opferplatz von Altendorf, die Christianisierung, der Bau des Bamberger Domes und der Landesausbau durch Burgen, Städte und Dörfer.
Außergewöhnliche Exponate sind beispielsweise die frühmittelalterliche Keramik aus Eggolsheim, Holz- und Lederfunde des 14. Jahrhunderts aus einem Brunnen in Bayreuth oder eine silbervergoldete
Scheibenfibel mit Almandineinlagen aus Neuses a. d. Regnitz (Bild rechts) sowie die renaissancezeitlichen Funde aus der Klostergrabung von Neunkirchen am Brand.
Ebenfalls herausragend sind einige Funde aus Forchheim: ein karolingisches Gefäß, ein Depotfund von Gebrauchsgeschirr aus dem späten Mittelalter und ein Sporenpaar aus dem 17.Jahrhundert, das in einer ehemaligen Latrine der Forchheimer Kaiserpfalz gefunden wurde.
Ein eigener Bereich ist dem Thema „Königspfalz“ gewidmet. Dort bekommt der Besucher anschauliche Informationen über Geschichte, Aufbau und Funktionsweise von Pfalzen und Königshöfen.
Anhand von weiteren Funden wird die wirtschaftliche Entwicklung Oberfrankens, von dem mittelalterlichen Lederhandwerk über die Anfänge der Glasherstellung bis hin zur Porzellanfabrikation dargestellt.
Archäologische Erlebnisausflüge
Das neue Archäologie-Museum ist mehr als eine reine Schausammlung, es ist ein Ort der Begegnung, an dem sich die Besucher intensiv mit der Kulturgeschichte ihres Landes und seiner einstigen Bewohner beschäftigen können. Zusätzlich ist es eine Fortbildungsstätte für aktives und kreatives Lernen und der zentrale Ausgangspunkt für archäologische Erlebnisausflüge in die Region Oberfranken.


links:
Schnabelkanne
von der Ehrenbürg
rechts:
Glockenbecher aus Kersbach