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Zünftige Brotzeit und süffiges Bier

Was wären die Kellerwirtschaften ohne ihre zünftigen Brotzeiten und was wäre das Annafest ohne sein süffiges Bier.

Mit Brotzeit wird in Forchheim eine Zwischenmahlzeit bezeichnet, deren feste Bestandteile Brot, Schinken, Wurst, Preßsack, Rettich, Gurken, Käse und Kren sind. Getrunken wird hierzu gerne Bier und zur besseren Verdauung gehört ein Gläschen einheimischer Obstschnaps dazu. Seit alters her wurde das vorzügliche Brot Forchheims gerühmt. Um 1270 bereits belieferten Forchheimer Bäcker die Reichsstadt Nürnberg. 1450 schreibt der weitgereiste Aenas Sylvio Piccolomini, der spätere Papst Pius II: „Forchheim, eine durch ihr schneeweißes Brot berühmte Stadt“. Auch heute entfällt von den weit mehr als 200 Brotsorten und gar 1.200 ver­schieden Arten Kleingebäck in Deutschland ein nicht geringer Teil auf Franken und hier wiederum auf die Stadt Forchheim.

Eine weitere Spezialität sind die Forchheimer Bratwürste, in der Regel länger als die bekannten Nürnberger Rostbratwürste. Diese Bratwürste sind sowohl gebraten als auch gegrillt eine Delikatesse. Sie werden meist mit Sauerkraut serviert. Es gibt diese ferner in saurem Sud, als sogenannte „Blaue Zipfel“ mit Zwiebelringen. Eine Chronik erwähnt Bratwürste zum erstenmal im Jahre 1341.

Die Forchheimer Brauereien haben aufgrund eines frühzeitig betriebenen Hopfenanbaues in und um Forchheim bereits Jahrhunderte alte Tradition. Eine seit 1300 in Forchheim ansässige Brauerfamilie zählt zu den ältesten noch bestehende Familienunternehmen. Bereits 1793 rühmte E. W. Martius Forchheims Bierbrauereien mit den Worten: „Ihr gutes Brot und Bier hat von den Fremden eine solche Schätzung erhalten, dass man beides in die benachbarten Auslande holt und verführt (einführt)“. Auch das Journal von und für Franken hebt die Güte und Stärke das Forchheimer Bieres aus den Felsenkellern hervor.

1852 gab es 33 Bierbrauer, darunter 14 mit realem Recht. Heute sind es nur noch vier.

Der im Jahre 1802 im Auftrag der Bayerischen Regierung Frankens bereisende Major von Ribaupierre bemerkte von Forchheim u. a., die ungewöhnlich große Anzahl von Bierhäusern“.

Kein Wunder, denn in Forchheim zählt das Bier schon lange nicht nur als Genuss – sondern auch als Nahrungsmittel (flüssiges Brot) und „Medizin“, denn Bier wirkt sich positiv auf Herz, Kreislauf, sowie auf die Atmungs- und Verdauungsorgane aus.

Als Bierspezialität gilt das besonders eingebraute Annafestbier, das bereits vier Wochen vor dem bekannten Volksfest in den tiefen Felsenkellern (Kellerwald) eingelagert wird. Alle Biere der vier Forchheimer Brauereien werden getreu dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 hergestellt.
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